Ananse, die kluge Spinne, und die Antilope - WirkstattBlog - MärchenWirkstatt

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Ananse, die kluge Spinne, und die Antilope

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Herausgegeben von in Märchen ·
Märchen aus Ghana
Es war einmal ein Unglückstag, an dem ein Feuer in der Savanne wütete. Sämtliche Tiere liefen hektisch herum. Einige waren bereits vom Feuer eingekreist, der Tod schien ihnen gewiss. Eine Antilope, die beinahe jede Hoffnung verloren hatte, einen Fluchtweg zu finden, vernahm plötzlich eine leise Stimme: „Lasse mich bitte in Deinem Ohr sitzen, damit wir gemeinsam von hier fliehen können.“. Es war die Stimme von Ananse, der Spinne, die nicht erst abwartete, dass die Antilope sie aufforderte, sondern sogleich von dem Zweig ins Ohr der Antilope hüpfte. Jedoch hatte die Antilope keine Ahnung, welchen Weg sie wählen sollte, doch Ananse kannte ihn.
Das Feuer schien übermächtig, doch die Spinne leitete die Antilope zuversichtlich an: „Jetzt nach links, jetzt gerade und dann direkt....“ bis die Antilope mit schnellen Beinen über Bäche, Flüsse und Sümpfe sich und die Spinne Ananse in Sicherheit gebracht hatte.
Als sie das Feuer weit hinter sich gelassen hatten, lief die Spinne am Bein der Antilope entlang auf den Boden und sagte: „Vielen Dank für Deine Freundlichkeit. Wir werden uns eines Tages wiedersehen.“
Kurz darauf brachte die Antilope ein Junges zur Welt, das sich zum Schutz in den ersten Lebenswochen zumeist im dichten Gebüsch verbarg, während die Mutter auf der Weide graste.
Später sah man Mutter und Kind beide grasen. Es begab sich an einem Unglückstag, als zwei Jäger kamen und die Antilopenmutter erblickten. Während sich das Junge im Gebüsch zusammenkauerte, sprang die Antilopenmutter hoch, um die Aufmerksamkeit der Jäger auf sich zu ziehen. Dann verschwand sie und blieb außerhalb der Reichweite der Jagdpfeile.
Nach einer Stunde gaben die Jäger die Verfolgung auf und wollten nun zur jungen Antilope zurück. Aber ihre Suche war vergeblich und sie mussten letztlich den Wald mit leeren Händen verlassen. Lange Zeit später kehrte auch die Mutter zurück; doch auch sie konnte ihr Junges nicht finden. Nach dem sie beinahe eine Ewigkeit gesucht hatte, vernahm sie ein ihr sehr vertraute Stimme, die nach ihr rief. Es war die Spinne Ananse, die sie in ein Dickicht führte, welches von einem dichten Spinnennetz umhüllt war. Und darunter lag fast unsichtbar und völlig geborgen die kleine Antilope. Ananse war fleißig beschäftigt gewesen, das Gebüsch, in dem sich das Junge verstickt hielt, mit einem Spinnennetz zu umweben, so dass die Jäger es übersehen hatten.


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